Wochen hat es gedauert, bis es so weit war. Vielleicht Monate. Es ist spät, die Wohnung still, und endlich steht „Therapeut in der Nähe“ im Suchfeld auf dem Handy. Ihre Seite geht auf. Jetzt soll sich jemand einer fremden Person öffnen, und zwar über das Schwerste, was gerade im Leben los ist. Wirkt die Seite dann nach noch mehr Aufwand oder noch mehr Preisgeben, wird sie geschlossen. Nächsten Monat vielleicht.
Eine Therapeuten-Website ist kein Lebenslauf. Sie ist das erste Gespräch, bevor überhaupt jemand Hallo gesagt hat.
Die Seite muss die leisen Fragen beantworten, die man in dem Moment nicht auch noch stellen mag:
- Mit wem Sie arbeiten und woran, in einfachen Worten. „Erwachsene mit Ängsten, Erschöpfung und Beziehungskrisen“ hilft mehr als eine Liste von Verfahren.
- Ob Sie gerade Plätze frei haben oder wie lange man ungefähr wartet. Niemand möchte sein Herz in eine Nachricht legen und eine Woche später lesen, dass alles voll ist.
- Wie die erste Stunde abläuft: wie lange sie dauert, was sie kostet, ob vor Ort oder online, und dass man nicht schon alles sortiert haben muss, wenn man kommt.
- Wie man Kontakt aufnimmt, ohne anzurufen. Ein kurzes Formular oder eine E-Mail-Adresse reicht. Fragen Sie nach Namen, Rückmeldeweg und ein, zwei Sätzen, nicht nach der ganzen Geschichte.
- Wer die Nachricht liest und wann Sie in der Regel antworten, damit niemand rätselt, wo sie gelandet ist.
- Ein klarer Satz, dass Sie kein Notdienst sind, und wohin man sich wenden kann, wenn es heute Nacht nicht mehr geht.
Ein Foto von Ihnen und ein paar ehrliche Sätze in Ihrem eigenen Ton bewirken mehr als jedes Stockbild vom ruhigen See. Gewählt wird ein Mensch, kein Logo.
Dafür braucht es keine große Website. Es braucht eine Seite, die die Schwelle senkt statt sie zu erhöhen. Verlangt Ihre noch einen Anruf zu Praxiszeiten oder versteckt das Honorar hinter drei Menüs, schreiben Sie an hello@merkwell.com. Erzählen Sie uns, wie der erste Kontakt bei Ihnen am liebsten läuft, und wir bauen die Seite darum herum.